Die Pistole

Pistole



Pistolen mit Außenmischung

Pistolen mit Außenmischung eignen sich nicht zum Spritzen feiner Linien und Details, sondern nur zum Anlegen großer Farbflächen.



Pistolen mit einfacher Hebelfunktion (Single Action)

Bei diesen Pistolen regelt man am Hebel nur den Luftstrom, nicht die Position der Nadel zur Düse. Diese wird im Normalfall durch Drehen justiert, der Spritzvorgang erfolgt mit vorher eingestellter Nadelposition.
Single-Action-Pistolen eignen sich zum flächigen Arbeiten, Auftragen von Grundierungen sowie zur Versiegelung eines Bildes nach der Fertigstellung.



Pistolen mit doppelter Hebelfunktion (Double Action)

Hebel steuert Luft- und Farbzufuhr getrennt, was ein genaueres Regeln der Sprüheigenschaften und damit des Spritzbildes ermöglicht. Solche Pistolen werden beim Airbrushen hauptsächlich eingesetzt und gestatten bei kleinen Düsendurchmessern das Spritzen feiner Linien und Details.



Spezialpistolen

Eine sehr gute, aber auch teure Pistole für allerfeinste Details ist die PAASCHE AB TURBO. Sie funktioniert nach einem anderen Prinzip wie herkömmliche Pistolen.
Die Nadel wird über eine Turbine in Vor- und Zurückbewegung versetzt. Sie nimmt dabei bei jeder Bewegung Farbe auf und transportiert diese in den Luftstrom vor der Düse. Das geschieht bis zu 20000 mal in der Minute.
Diese Pistole ist ein Präzisionsgerät und setzt Erfahrung mit normalen Airbrush-Pistolen voraus. Größere Farbflächen sind nicht Einsatzgebiet der Paasche Turbo, sondern allerfeinste Details, so daß sich dieses Gerät als Erstpistole nicht eignet.



Die Auswahl der Pistole

Bei der Auswahl der richtigen Pistole ist auf den jeweiligen Anwendungszweck zu achten.
Generell gilt: Nicht jede Farbe läßt sich in jeder Pistole verarbeiten.
Das hängt in erster Linie von der Düsen/Nadel-Kombination ab. Pistolen mit sehr kleinen Düsendurchmessern verlangen nach sehr dünnflüssiger Farbe.
Dickflüssige, wetterbeständige Farben oder solche mit Metallic- oder anderen Zusätzen lassen sich in teuren, feinen Pistolen schlecht verarbeiten, da die Düse sich sehr schnell mit der Farbe zusetzt.
Solche Pistolen mit Düsendurchmessern unter 0,3 mm sind am besten für spezielle Airbrush-Farben auf Acryl/Wasserbasis geeignet. Selbst beim Einsatz dieser feinpigmentierten Farben ist ein Verdünnen mit Wasser nötig. Der relativ kleine Farbbehälter solcher Airbrushes läßt schon erahnen, daß diese Geräte nicht für große Flächen taugen.



Die Reinigung der Airbrush-Pistole

Zu diesem Zweck gibt es spezielle Airbrush-Reiniger. Preiswerter ist die Verwendung von Wasser mit Geschirrspülmittel zur Zwischenreinigung und Aceton zur Endreinigung der Pistole.

Zwischenreinigung heißt bei mir z.B. beim Farbwechsel, wenn nicht gerade ein Wechsel von schwarz auf weiß oder ähnlich großen Helligkeitsunterschieden anliegt. Dann nämlich muß die Pistole gründlich gereinigt werden.
Beim normalen Farbwechsel, z.B. von rot auf violett, kippe ich den Rest der Farbe aus dem Farbbecher der Pistole, reinige den Becher mit Borstenpinsel und einer Lösung aus Wasser und Geschirrspülmittel, und sprühe diese Mischung auch durch die Pistole auf weißes Küchentuch, bis keine Farbe mehr auf dem Tuch zu erkennen ist.
Hierbei sollte die Mischung nicht nur aus der Pistole herausgesprüht werden, sondern zwischendurch auch einmal rückwärts durch den Farbkanal transportiert werden durch Zuhalten der Nadelkappe mit dem Finger und anschließendem vorsichtigen Zurückziehen des Bedienhebels.
(Diese Vorgehensweise ist beim Mischen der Farbe in der Pistole unter "Tips" näher beschrieben.)
Dann schraube ich die Nadelschutzkappe ab, so daß die Nadelspitze freiliegt, und reinige diese vorsichtig mit einer Zahnbürste und Wasser/Spülmittel-Lösung.
Bei hartnäckigen Ablagerungen tauche ich die Nadelspitze in Aceton, und reinige wieder vorsichtig mit der Zahnbürste.
Eine Zwischenreinigung der Pistole empfiehlt sich auch bei schlechter werdendem Spritzbild, wenn z.B. keine feinen Linien mehr erzielt werden können, obwohl das kurz vorher noch funktionierte.




Die gründliche Reinigung der Pistole am Ende einer Airbrush-Sitzung

ist extrem wichtig. Nachlässigkeiten gefährden die weitere Funktionsfähigkeit Ihrer Pistole.

Das Reinigen sollte in zerlegtem Zustand der Airbrush erfolgen.
Schrauben Sie dazu zuerst das hintere Griffende ab, lockern die Befestigung der Nadel und entnehmen die Nadel.
Achten Sie dabei darauf, die Nadel gerade herauszuziehen, um sie nicht zu verbiegen oder anderweitig zu beschädigen.
Schrauben Sie dann Nadel- und Düsenschutzkappe ab, und die Düse heraus. Reinigen Sie alle Teile gründlich in Airbrush-Reiniger oder Aceton. Eine Luftpistole am Kompressor ist hilfreich zum anschließenden Ausblasen von Düse und Kappen.
Den Farbbecher der Pistole säubern Sie am besten mit einem Borstenpinsel und Airbrush-Reiniger oder Aceton.
Verwenden Sie möglichst keine Wattestäbchen, da sich die Flusen später an der Düse absetzen und Ihr Spritzbild beeinträchtigen. Träufeln Sie etwas Aceton in den Farbkanal zwischen Düse und Farbbehälter.
Bauen Sie die Pistole in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen, und sprühen Sie sie nochmals mit Aceton durch.
Ich sprühe nach dem Aceton-Durchlauf nochmals Wasser-Spülmittel-Gemisch durch die Pistole, um die Dichtungen der Pistole vor dem längeren Kontakt mit Aceton-Resten zu schützen.



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